Einzigartig

Helena (11 Monate) sitzt gerne beim Papa am Schoß oder klettert an seinen Füßen hoch. Dabei spielt sie mit seinen Haaren oder schaut beobachtend in die Runde. Immer wieder blickt sie interessiert auch zu den Spielsachen, die in ihrer Nähe stehen. Ich schiebe ihr den Korb mit den bunten Ringen näher und sage: „ich stell den Korb, der dich so interessiert, mal etwas näher zu dir“. Sie lächelt ihren Papa an und er setzt sie behutsam vor sich auf den Boden. Helena sieht sich die bunten Ringe genau an, dreht sie in ihren Händen, nimmt sie in den Mund und zeigt sie ihrem Papa. Daraus entsteht ein Spiel. Der Ring wandert nun von Helena zu ihrem Papa und wieder zurück, immer wieder begleitet von Papas „Bitte“ und „Danke“ Worten. Einmal zieht Helena ihre Hand sogar wieder zurück und lacht herzhaft, als ihr Papa das Gesicht verzieht.

Ilva ist genauso alt wie Helena. Sie krabbelt im Raum herum, klettert auf das Podest und rutscht runter, findet allerlei Materialien, die sie laut erkundschaftet. Sie rollt Autos von der schiefen Ebene, wirft kleine Schüsseln lautstark auf den Boden und erfreut sich an den Geräuschen, die dadurch entstehen. Nach einer halben Stunde Spielen kommt sie zurück zu ihrer Mama und kuschelt sich kurz an sie. Danach begibt sie sich wieder auf Erkundungstour, bis der SpielRaum endet. Während Helena gerne schon früher nach Hause geht, könnte Ilva noch eine Stunde dranhängen.

Jedes Kind ist unterschiedlich. Und jedes Kind ist wunderbar, so wie es ist. Im SpielRaum sind sie alle willkommen, hier gibt es kein richtig und kein falsch.

Ein SpielRaum für Erwachsene…

 

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…zum Experimentieren mit dem Gleichgewicht

…um bei sich anzukommen

…um Spaß und Freude zu erleben

…um seine innere Stimme zu entdecken

…wo alle Sinne gefragt sind

…mit respektvoller Begleitung in haarigen Situationen

…mit gemeinsamen Erlebnissen

…für Beobachten ohne zu Bewerten

…um sich auzuruhen

…um ICH zu sein

So geschehen im Workshop für die Montessorischule Bad Sauerbrunn, wo jeder einzelne Teilnehmer Wichtiges mitnehmen durfte. Vielen herzlichen Dank für dieses wunderbare Wochenende!

02

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Sandspiel

IMG_2282Wir haben diese Woche wieder Sand gespielt. Väter, Mütter, Kinder…irgendwo zwischen eineinhalb und fast sechs Jahren.

Und dann, nach einer Stunde Rieseln, Schöpfen und Ausprobieren, wie sich der Sand in den Ohren anfühlt, will da doch tatsächlich jemand malen, statt Sandspielen. Hmmm, natürlich, von mir aus kannst du dich gerne zum großen Tisch setzen und malen. Und schon haben manche Kinder gemalt…

Und vielen Dank an alle Eltern, die das gut aushalten, weil sie zum Sandspielen gekommen sind und nicht zum Malen. Manchmal ist es schwierig, unsere eigenen Pläne umzuwerfen.

Pläne, die wir Erwachsenen machen, Strukturen, die den Kindern noch fremd sind, weil sie einer inneren Stimme folgen. Wo ist unsere innere Stimme geblieben? Manchmal lassen wir uns gefangen nehmen von Zeiten, Strukturen und Vorgaben. Aber beim Spielen ist es auch uns Erwachsenen möglich, unsere innere Stimme wiederzuentdecken. Rauszukramen, was vielleicht versteckt war. Wahrnehmen, was wir in dem Moment wirklich tun wollen. Nicht, was unser Verstand tun will, sondern unsere Hände, unsere Füße, unsere Finger, unsere Nase…

Und deshalb – damit die Stimme ein Leben lang laut bleibt und sich nicht verstecken muss…lassen wir unsere Kinder malen, auch, wenn die Umgebung gerade etwas anderes bereithält. Vielen Dank für euer Verständnis!

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