Denn sie wissen, was sie können

Meine Kollegin aus Graz, Doris Lepolt wurde von Nora Kanzler interviewt. Erschienen ist der Artikel am 12.4.2017 in der kleinen kleinen Zeitung!

„Die Pikler-Philosophie ist ein Plädoyer für das Weniger und das Mehr: weniger eingreifen, weniger anleiten – mehr Achtsamkeit, mehr Zutrauen. Expertin Doris Lepolt im Interview über Idee und Wirkung dieses Erziehungsmodells.“


Beziehungsvolle Pflege ist die erste Säule in der Pikler-Pädagogik. Was steckt dahinter?
DORIS LEPOLT: Es geht insgesamt darum, einen ganz anderen Blick aufs Kind zu haben, als sonst so üblich ist. Wir sehen das Kind als empfindsames Wesen von Anfang an, als „gleichwürdig“, nicht als Objekt. Wenn wir das Kind von Anfang an so sehen, geht man automatisch anders damit um.

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Wer war Emmi Pikler eigentlich?

Emmi Pikler wurde 1902 in Wien geboren. Sie absolvierte ein Medizinstudium in Wien und promovierte 1927. Drei Jahre später heiratete sie György Pikler, 1931 wurde ihre Tochter Anna geboren.1935 eröffnete sie eine Privatpraxis als Kinderärztin in Budapest. Ihr großes Anliegen war, neben den gesundheitlichen Aspekten, die Familien in der Kindererziehung zu unterstützen.

1946 übernahm sie die Organisation und Leitung des Säuglingsheims in der Loczy-Straße in Budapest. Aufgrund ihrer Beobachtungen, dass „schon im Säugling, ein von Natur aus unversiegbares und immer zunehmendes Interesse für die Welt und für sich selbst besteht“ (Emmi Pikler in: „Friedliche Babys – zufriedene Mütter“), hat sie den ihr anvertrauten Kindern eine Umgebung bereitet, in welcher sie selbstständig und aktiv ihre Bewegungen entwickeln und ihre Umgebung erkunden konnten. Ihr Erfolg zeigte sich im Zustand der Heimkinder, die laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, ohne Anstaltsschäden, d.h. zu selbstbewussten, eigenständigen Menschen heranwuchsen. Die Besucher und Besucherinnen des Heims sahen ausgeglichene, lebensfrohe und aktive Kinder.

Die Erkenntnisse, die Pikler aus ihrer langjährigen Erfahrung zog, publizierte sie in wissenschaftlichen Studien. Aus zahlreichen Vorträgen und Artikeln entstand 1940 ihr erstes Buch „Friedliche Babys  – zufriedene Mütter“. Das Thema ihrer Habilitation 1969 war die freie Bewegungsentwicklung. Das Dr. Emmi Pikler Institut wurde durch die Herausgabe von Fachbüchern, Artikeln in Fachzeitschriften, Studien, Forschungen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu einem weltweit anerkannten methodologischen Institut.

Emmi Pikler starb 1984 nach kurzer Krankheit in Budapest. Ihre Tochter, Anna Tardos, übernahm nach ihrem Tod die Leitung des Heims und führte die Forschungsarbeiten fort. Heute sind keine Heimkinder mehr im „Loczy“. Die entwickelten Grundsätze werden dort nun in Krippen und SpielRäumen umgesetzt. Es werden regelmäßig zahlreiche Internationale Fortbildungen angeboten.

Eine ausführlichere Biographie – zusammengestellt von Ute Strub – steht hier zum Download bereit: Lebensweg-Emmi-Pikler

SommerSpielRaum für Familien

Der SommerSpielRaum im Garten wurde nun bereits zweimal ausprobiert und für gut befunden. Und nun gibt es auch schon Termine für den SommerSpielRaum! Am 4. Juli geht es schon los! Hoffen wir auf einen wunderbar warmen Sommer, voll mit Sonnenstrahlen, damit wir den Garten voll und ganz auskosten können. Aber Achtung: es wird Sand und Wasser geben, also achtet bitte auf geeignete Kleidung und steckt schon mal ausreichend Ersatzwäsche ein! Ausserdem: Der GartenSpielRaum ist offen für alle Familien. Also auch, wenn es schon ältere oder noch jüngere Geschwisterkinder gibt…weil im Garten einfach mehr Platz ist und es sooo viel zu tun gibt! Ich freu mich auf euch, das wird SUPER!

zum SommerSpielRaum Kaisersdorf

 

SpielRaum im Garten

Das schöne Wetter, die Sonne, die Wärme rundherum … das macht mich irgendwie kreativ. Heut habe ich eine neue Idee geboren: den SommerspielRaum im Garten! Damit unsere Kinder ihr Bedürfnis nach Wasser und Sand, Gras und Erde stillen können. Ich bin noch am Tüfteln, wie ich das in meinem Garten wirklich gut umsetzen kann (mein Garten misst mehr als 1000 m2!), aber ich bin dran und zuversichtlich, dass ich das bis Sommer hinkriege. Nächste Woche gibt es schon mal einen regulären SpielRaum im Garten…zur Probe sozusagen. Und damit ich sehen kann, wie ich die Gartenumgebung optimal vorbereiten kann. Hach, ist das Leben schön! Genießt die Sonne, lasst euch von ihr das Herz wärmen und freut euch auf den GartenspielRaum im Sommer!

Dieses Bild ist vom Sommer 2006 in Bad Fischau. Das war schon schön, aber diesmal wird´s noch besser 😉