JA!

Während die Mutter ihr Baby stillt, liegt ihre 2 jährige Tochter M. neben ihr und tritt mit ihren Füßen leicht auf den Körper des Babys. Die Mutter sagt in sehr ruhigem Ton:“hier liegt deine Schwester, ich mag nicht, dass du auf sie trittst“. M. erwidert darauf: „Mama treten“. Die Mutter lächelt M. an und sagt: „ja, ich sitze auch da!“

M. hält kurz inne, steht danach auf und widmet sich wieder dem Spielzeug.

Wieso hat sie nicht weitergetreten? Hat das Ja einen weiteren Konflikt verhindert?

Mit dem Ja bietet die Mutter dem Kind keine Konfrontation an. Gekoppelt mit dem Lächeln bedeutet es: „ich sehe dich, und ich weiß, dass du nichts Böses im Sinn hast – ich vertraue dir“

Auch diese Mutter ist der Überzeugung, dass das Erlernen von erwünschten sozialen Verahltensweisen nicht durch Zwang, Befehle oder Verbote zu erreichen ist. Vertrauen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Kooperationsbereitschaft unserer Kinder.

Und diesmal ist es ihr wunderbar gelungen, ihrem Kind tiefes Vertrauen entgegenzubringen und sie somit mit einem Mantel von Geborgenheit und Liebe zu umhüllen. Niemand muss um seine Integrität kämpfen, wenn sie nicht verletzt wird!